Ein Modellprojekt nach dem Lockdown: “The Firebirds” ohne Abstand und Maske

Ein Konzert-Modellprojekt auf dem Schloss Trebsen bei Grimma in Sachsen. Ist Feiern ohne und Abstand und Maske wieder sicher möglich? Jungreporter Julian war vor Ort.
Bild: Philipp Kumbier Fotografie
Bild: Philipp Kumbier Fotografie

Die Band „The Firebirds“ startete vom 2. bis 4. Juli mit einem ersten Modellprojekt seit Beginn der Pandemie durch. Drei Tage lang feierten täglich bis zu 2.000 Fans auf dem Schloss Trebsen bei Grimma in Sachsen. Mit einem umfangreichen Testkonzept sollte der bestmögliche Schutz geboten werden. Dazu wurde die Veranstaltung wissenschaftlich begleitet durch die TU Dresden.

Das Festival fand dabei ohne spezielle Regeln nach dem Betreten der „Insel“ statt – frei nach dem Motto „Tanzen und feiern wie früher“. Im Vorfeld musste jeder Besucher einen Antigen-Schnelltest bei einem Testzentrum oder einem Arzt machen. Bei der Anreise wurde dann ein weiterer Schnelltest durchgeführt. Der Impfstatus oder eine Genesung vom Coronavirus war hierbei unwichtig, jeder Besucher musste zwingend einen Schnelltest vor Ort durchführen. Diese wurden professionell betreut vom DRK Sachsen. Die Angabe der eigenen Kontaktdaten war bereits beim Ticketkauf nötig, dazu musste vor Ort ein QR-Code mit der „Corona-Warn-App“ gescannt werden. Für „Non-Techies“ lagen Formulare in Papierform bereit.

Foto: Philipp Kumbier Fotografie
Prominente Unterstützung für die „Firebirds“

Unterstützung fand das Festival unter anderem durch den Zirkusdirektor, Regisseur und Mitbegründer des Circus Roncalli Bernhard Paul, sowie den Sänger und Schauspieler Peter Kraus. Beide Künstler sind mit dem Rock ‘n’ Roll aufgewachsen und freuten sich gemeinsam mit den Firebirds auf das Festival.

Corona hat uns alle hart getroffen und vieles schmerzlich vermissen lassen- unter anderem die Live Musik: Keine Shows, keine Konzerte, kein Rock ´n´ Roll. Eine Zwangspause für die Unterhaltung, die bei vielen zu starken Entzugserscheinungen führte. Anderthalb Jahre kein Rock ´n` Roll, so eine lange Pause gab es noch nie in meiner Karriere.“

– Peter Kraus, Sänger und Schauspieler

Auf unserer ‘Insel’ können sich Künstler, Akteure und Besucher wie vor Corona- Zeiten bewegen. Und wir beamen uns alle auf Zeitreise in die 50er- und 60er-Jahre – mit Musik, Mode, schicken Oldtimern und coolen Tanz-Workshops.

– Konrad Schöpe, Veranstalter des “Firebirds”-Festivals
Hat das Konzept funktioniert?

Der Jungreporter war vor Ort und wollte sich das ganze mal näher ansehen. Die Wartezeit zu Beginn des Events waren zwar lang, gelohnt hat es sich am Ende aber. Das lange Warten lag hauptsächlich an den Teststationen vor dem Einlass. Diese wurden mehr oder weniger von den Massen an Besuchern „gestürmt“. Da es sich bei dem Firebirds Festival jedoch um ein erstes Modellprojekt handelte, konnte so etwas nicht genau vorher einkalkuliert werden. Nach dem Einlass war das Festival wie die Jahre zuvor – ohne Abstand, ohne Maske und ohne Alkoholverbot. Zum Ergebnis des umfangreichen Testkonzept meint Veranstalter Konrad Schöpe:

„Unser wissenschaftlich begleitetes Modellprojekt hat funktioniert. Obwohl es für das DRK eine Herausforderung war, täglich 2000 Gäste zu testen. Es gab nur einen Besucher, der falsch positiv getestet wurde, wie der anschließende PCR-Test ergab. Der Gast durfte sofort wieder aufs Festival.“

– Konrad Schöpe, Veranstalter des “Firebirds”-Festivals

Einige Tage nach Festival wurden Besucher gebeten, einen weiteren Antigen-Schnelltest durchzuführen. Dazu riefen die Festivalbetreiber über Facebook auf. Das Ergebnis dieses Schnelltest sollte dann formlos an die “Firebirds” gesendet werden. So wird eine einfache Auswertung des gesamten Testkonzepts gewährleistet. Als Dankeschön gibt es im kommenden Jahr dann die “Festival Sampler CD 2022” geschenkt.
Die Technische Universität Dresden, welche das Event wissenschaftlich begleitete, bat auch um die Teilnahme an einer anonymen Umfrage, um einige Erfahrungsberichte der Besucher einzufangen.


Beitragsfoto: Philipp Kumbier Fotografie

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