Zu der Virus-Sache – Ein Kommentar

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Am Freitag, den 13. März veränderte sich die Welt. Das lag natürlich nicht am Datum, sondern, wie ihr wisst, an der Eskalation der Corona-Pandemie.
Die Medien berichten seitdem rund um die Uhr. Es gibt „Corona-Newsticker“ und nichts ist gefühlt mehr wie es war: Schulen, Kitas und sonstige öffentliche Einrichtungen sind nun zu. Für viele Schüler heißt das also 6 Wochen schulfrei, was aber nicht gerade Sommerferienstimmung erwecken lässt (an alle, die momentan in der Abiphase stecken: Mein Beileid. Aber ihr schafft das!).
Etliche Konzerte und Aufführungen sind abgesagt, es herrscht ein Ein- und Ausreisestopp, die Bundesregierung rief eine weltweite Reisewarnung aus, viele Grenzen in Europa sind vorerst dicht und Länder wie Italien, Belgien oder Frankreich verhängen sogar Ausgangssperren.

Achja, es gibt auch die Leute, deren größte Sorge momentan daraus besteht, dass sie kein Klopapier mehr vorrätig haben und anfangen zu hamstern. (Von denjenigen, die Schutzmasken und Desinfektionsmittel aus Krankenhäusern geklaut haben mal ganz abgesehen..)

Kurz zusammengefasst: der ganze Erdball befindet sich in einer Ausnahmesituation. Das alles kann einen ganz schön überfordern, vielleicht aufregen und / oder Sorge und Angst bereiten.  

In einer vernetzten Welt, in der sich alles bewegt, und nichts und niemand üblicherweise still bleibt, ist das ein tiefer Einschnitt, den es so noch nie gegeben hat. Und es macht manchen mehr Sorgen und Bedenken und manchen weniger. Das ist absolut okay. Und nun? Ja, wir sind jetzt gezwungenermaßen mehr allein, können vielleicht nicht mehr arbeiten oder sind nun dazu aufgefordert anders zu arbeiten (Stichwort: Home Office).

Tschüss Alltag.

Wir können uns nicht mehr so ablenken, wie wir es gewohnt waren, und müssen jetzt irgendwie einen passenden Umgang mit dieser Situation, unseren Mitmenschen und unseren Gefühlen finden. Doch genau da sehe ich auch große Chancen. Wir sitzen alle in einem Boot. Ein Virus kennt keine Nationalität, Glaubensrichtung oder Hautfarbe. Allein diese Situation gerade, kann dazu führen, dass wir nach der Krise womöglich irgendwie anders global zusammenarbeiten werden. Egal ob Chinese, Amerikaner oder Franzose. Für uns alle gelten die gleichen Risiken.
Außerdem fangen viele ganz allgemein an, uns und unsere Welt mehr zu hinterfragen. Manche tun das ohnehin oft genug, aber viele merken erst jetzt, dass nichts selbstverständlich ist.

Wovon sind wir abhängig?

kleiner Tipp: garantiert nicht von Klopapier und Nudeln

Von wem lassen wir uns beeinflussen, wem hören wir jetzt zu, wem glauben und vertrauen wir, und welche Menschen sind uns besonders jetzt am wichtigsten? Wen wollen wir jetzt besonders schützen? Auf was reagieren wir besonders jetzt gereizt? Und für die Panikmacher unter uns: Werden wir alle sterben? Ja. Irgendwann, aber die allerwenigsten jetzt an diesem Virus.

Also was tun? Ganz klar: die Regeln befolgen. Ich denke, dass sollte jedem (!) klar sein. Jeder trägt Verantwortung, und auf jeden einzelnen kommt es an. Also: So gut es geht keine Freunde und Verwandte besuchen, Händewaschen und möglichst zuhause bleiben. Das sollte doch machbar sein.
Ansonsten: Wie wär’s mal mit Handy zur Seite legen? Irgendwann nützt einem die hundertste Sondersendung zu Corona auch nichts mehr und manche belastet die Dauerpräsenz in den Medien mehr, als dass sie einem wirklich etwas bringt. Wem es vor lauter Netflix noch nicht aufgefallen ist: der Frühling ist da und die Sonne zeigt sich immer länger. Also vielleicht Gartenarbeit, Frühjahrsputz, mehr Sport, ein Buch lesen oder etwas Besonderes kochen oder backen? Das Geld, was man jetzt nicht für den Urlaub ausgeben kann, kann man ja dann eventuell dieses Jahr mal anders investieren, z.B. spenden.

Oder: faulenzen, zocken, ablenken, essen und tun, was immer man möchte. Endlich mal ohne schlechtes Gewissen. Wie sich das alles nun entwickeln wird, weiß momentan keiner. Das zeigt uns nochmal, dass selbst heutzutage nichts sicher und garantiert ist. Die Welt wird nach dieser Krise eine andere sein, aber bestimmt, so denke ich, in vielen Bereichen eine bessere.

Also lebt! Genießt einfach auch mal diesen Stillstand und den Fakt, dass wir gerade etwas Historisches miterleben dürfen. Sorgen haben ihren Platz, genauso darf aber auch Zuversicht und Gelassenheit da sein. Lasst euch von Social Media nicht allzu sehr herunterziehen.

Am allerwichtigsten ist es aber, sich angemessen und solidarisch zu verhalten. Auch wenn die wenigsten von uns zu einer Risikogruppe gehören, ist es unsere Pflicht diese zu schützen. Es sind nicht nur unsere Omis und Opis die in Gefahr sind, sondern auch Menschen mit Behinderungen und Vorerkrankungen, die noch lange nicht über 60 Jahre alt sind. Partys können warten.

Also Händewaschen nicht vergessen, Positivität eine Chance geben und, so gut es eben geht, daheim den Frühling genießen.

Frieda Krukenkamp

2019 habe ich mein Abitur in Saarlouis gemacht und bin danach zufällig auf Der Jungreporter gestoßen. Es macht mir super viel Freude Artikel über Erfahrungen und für mich bedeutende Themen zu schreiben und ich hoffe irgendjemand kann daraus einen Mehrwert ziehen.

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