TRIBe E-Mopeds vor dem Saarbrücker Schloss
Foto: TRIBe Mobility GmbH

E-Moped Verleih “TRIBe” im Saarland steht in den Startlöchern

7 Minuten Lesezeit

Nach dem Deutschlandstart von E-Scootern im Juni 2019 sollen nun ab Frühjahr nicht E-Scooter, sondern E-Mopeds in Saarbrücken rollen.
Betrieben wird das Verleihsystem von TRIBe, ein im Sommer letzten Jahres gegründetes saarländisches Startup-Unternehmen, das sich zum Ziel gesetzt hat, in Saarbrücken die bestehende Mobilitätslücke zwischen öffentlichem Nahverkehr und der Mobilität mit E-Mopeds zu schließen. Die rund 40 Fahrzeuge sollen voraussichtlich ab März im Saarbrücker Stadtgebiet ausleihbar sein (Mindestalter: 18 Jahre). Damit könnte TRIBe dem Start des Campusscooters im April (wir berichteten) zuvorkommen.

Preise des 24/7 Verleihsystems

Die Preise der Verleihfirma orientieren sich an den Marktpreisen. Die Abrechnung erfolgt über eine App minutengenau. Verglichen mit dem Berliner Startup emmy, das in sechs Städten, u.a. Hamburg, München und Wien, Mopeds zum Verleih anbietet, sind sie etwas teurer (Stand: 07. Februar 2020):

TRIBe emmy
Minutenpreis0,25 €0,23 €
Tagespreis29 €29 €
Starterpaket9,90 € inkl. 20 Freiminuten10 € inkl. 50 Freiminuten

Rollerfahrer sollen belohnt werden

Dass die bunten Roller keinen Abklatsch der großen Sharing Anbieter sein sollen, macht das Unternehmen in seiner TRIBe Message deutlich: “Wir wollten etwas exakt auf Saarbrücken und das Saarland zugeschnittenes, mit dem wir und alle anderen Saarbrücker sich identifizieren können. Von Saarländern, für Saarländer! Aus diesem Ansatz heraus entstand die Idee, lokale Geschäfte mit ebenfalls ökologischer Ausrichtung als Partner zu gewinnen und gemeinsam ein Bonussystem zu entwickeln, welches gleichermaßen für Vorteile beim Kunden, bei lokalen Partnergeschäften, als auch bei uns sorgt.”

Wir haben Jessica N’ Guer, Geschäftsführerin der TRIBe Mobility GmbH, zu einem Interview getroffen, um mehr über die Entstehung der Idee und die Zielsetzung des Unternehmens zu erfahren:

Der Jungreporter: Im letzten Jahr kam die E-Mobilität in Deutschland ins Rollen. Wie kam Ihnen die Idee zu einem E-Moped Verleih in Saarbrücken?

N’ Guer: Die Idee kam im Mai 2019, als das Thema E-Kickscooter immer präsenter wurde. Wir dachten uns, warum gibt es solche Angebote eigentlich immer nur in anderen deutschen Regionen und Großstädten, aber nie im Saarland? Eins ergab das andere, und nach nicht allzu langer Zeit sind wir zu dem Entschluss gekommen, immer nur beschweren und meckern bringt nichts, wir nehmen das jetzt selbst in die Hand! Da es zu diesem Zeitpunkt noch keine elektrischen Kickscooter mit Tauschakkus gab und uns zusätzlich bereits nach kürzester Zeit der Recherche klar wurde, dass ein durchschnittlicher Kickscooter im Sharing Einsatz bereits nach wenigen Monaten ersetzt werden muss und zu Elektroschrott wird, war das Vorhaben “E-Kickscooter Sharing” allerdings dann wieder sehr schnell gestorben und das neue Projekt “E-Moped Sharing” geboren.

TRIBe E-Mopeds
Womöglich erster E-Roller Verleih im Saarland: Nachdem im November vergangenen Jahres der Start des Campusscooters (wir berichteten) für April 2020 angekündigt wurde, könnten die TRIBe E-Mopeds diesem zuvorkommen. (Foto: TRIBe Mobility GmbH)

Der Jungreporter: Ihre Roller sind mit einem bunten Muster beklebt, für was stehen die Farben? Woraus setzt sich der Name des Unternehmens zusammen?

N’ Guer: TRIBe bedeutet wörtlich übersetzt “Stamm” und steht für die Gemeinschaft. Egal welche Hautfarbe du hast, wen du liebst, woher du kommst, oder an welchen Gott du glaubst, wir gehören alle zum gleichen “Stamm”, zum selben TRIBe! Mit einem TRIBe E-Roller unterwegs zu sein, bedeutet nicht nur eine völlig neue Art der Mobilität zu nutzen. Es ist ein Statement für Toleranz, Respekt und ein friedliches Miteinander und gegen Hass, Rassismus und Vorurteile! Uns Saarbrücker gibt’s in weiß, rot, gelb, braun und schwarz. Mit unterschiedlichen Wurzeln, Religionen, Vorlieben und sexuellen Ausrichtungen. Für das Positive dieser Vielfalt und das friedliche Miteinander stehen wir und sinnbildlich hierfür unsere Scooter. Auf einem TRIBe sind wir alle gleich. Deswegen und weil’s auch so schön ins Auge sticht, sind die TRIBe E-Roller so bunt. Zusätzlich ist der Name eine Anlehnung an Afrika. Es war uns ein Anliegen, dies sowohl im Namen, als auch im Design der Roller anzudeuten, weil dies neben dem Saarländischen ebenfalls Teil unserer Identität ist.

Der Jungreporter: Andere E-Scooter Verleihdienste werden dafür kritisiert, dass sie ihre Flotte abends einsammeln, um sie aufzuladen. Wie werden Ihre E-Mopeds geladen?

N’ Guer: Unsere E-Mopeds sind mit austauschbaren Akkus ausgestattet. Das bedeutet, sie werden nicht eingesammelt, sondern die leeren Akkus werden vor Ort, direkt im Geschäftsgebiet, gegen volle Akkus getauscht. Unser Service Team ist täglich auf elektrischen Cargo Bikes in Saarbrücken unterwegs, um die Akkus zu tauschen und kleinere Reparaturen durchzuführen. Geladen werden unsere Akkus ausschließlich mit Ökostrom.

Auf einem TRIBe sind wir alle gleich.

Jessica N’ Guer, Geschäftsführerin TRIBe Mobility GmbH

Der Jungreporter: Im Der Jungreporter-Interview hat der Geschäftsführer der cs campusscooter GmbH & Co. KG, Uwe Pollierer bemängelt, dass bei dem Versuch, Gespräche über die Festsetzung von Rahmenbedingungen zu führen, sich mehrmals keine Reaktion seitens der Stadt zeigte. Wie lief die Kommunikation zwischen Ihnen und der Stadt Saarbrücken?

N’ Guer: Wir waren von Beginn an mit Herrn Bersin, dem Leiter des Saarländischen Umweltamtes in Kontakt. Er war es auch, der den Kontakt zum Oberbürgermeister und zum Leiter des Saarbrücker Hauptbahnhofs hergestellt hat. Ich möchte mich hier nochmals in aller Form bei Herrn Uwe Conradt (Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Saarbrücken), Herrn Christian Bersin (Leiter des saarländischen Umweltamts), Herrn Martin Landegl (Leiter des Hauptbahnhofs Saarbrücken) und allen weiteren involvierten Personen bedanken. Bisher haben wir mit unserem Projekt ausschließlich offene Türen eingerannt!

Der Jungreporter: Vielen Dank für das Interview!

Fabius Leibrock

Hey, ich bin Fabius. Seit etwa fünf Jahren bin ich journalistisch aktiv, angefangen bei einem Webradio folgte die Mitarbeit bei vier verschiedenen Schüler- und Jugendzeitungen. Neben meinem derzeitigen Abiturstress engagiere ich mich bei der Jugendpresse Rheinland-Pfalz.

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